Handykosten

Eben hat sich die Swisscom wieder für ihre hohen Preise gerechtfertigt. Ich bin weiterhin der Überzeugung, dass diese nicht gerechtfertigt sind. Ich bin aber auch nicht bei einem grossen Mobilfunkanbieter und habe trotzdem fast immer Empfang.
Aber eigentlich ist nicht nur die Swisscom überteuert: eine SMS ist maximal ein Rappen Aufwand. Ich kann leider keine Internetquelle angeben. Ich hoffe ihr vertraut mir. Und ich vertraue einem Verwandten, welcher mir diese Zahl mal nannte. Die meisten SMS haben also eine Marge von etwa 19 Rappen.
95% des Preises für eine SMS ist also Marge und somit die Einnahmequelle für den Mobilfunkanbieter. Ohne den Abschreiber für Fastweb hat die Swisscom also theoretisch 13’705’882’352 SMS versendet. Das sind 13.7 Milliarden SMS. Was nur  etwa 20 SMS in einem Jahr pro Kunde ergibt. Festnetzkunden inbegriffen. Das mag jetzt als wenig SMS erscheinen. Ist aber eher viel: nach der neusten Fernmeldestatistik aus dem Jahr 2010 werden gesamthaft in der Schweiz in einem Jahr 6.069 Milliarden SMS versendet, also etwa halb so viel. Noch wenn man annimmt, dass diese Zahl weiter um gut 10% gestiegen ist, sind rund 14 Milliarden SMS nur von der Swisscom immer noch viel zu viele. Der Gewinn kann also nicht nur aus den SMS kommen.

Kurz und knapp: es wäre möglich den Preis für eine SMS deutlich zu senken. Da die Mobilfunkanbieter in unserem Land dies leider nicht so gerne tun, muss man da wohl nachhelfen.
Am wichtigsten wäre eine Ausweisung der Reinkosten für eine SMS oder auch für einen Anruf via Mobilfunknetz pro Minute. Am besten in der Fernmeldestatistik. Oder in den Jahreszahlen der Mobilfunkanbieter.
Ich denke aber noch einen Schritt weiter: die Swisscom investiert viel Geld in den Ausbau ihres Mobilfunknetzes. Die Orange auch. Wie es mit dem Mobilfunkanbieter meiner Wahl, der Sunrise, aussieht weiss ich nicht. Das ist viel Aufwand, der dann doch nicht so viel bringt.
Auf die Idee bin ich vor allem wegen der Antennensituation in unserem kleinen Dorf gekommen: es dürfen hier keine Antennen mehr aufgestellt werden, wegen den Strahlenbelastungsgrenzwerten. Und darum habe ich hier nur EDGE. Aber auch für den raschen Bau von neuen Netzen wie LTE (4G/ Long Term Evolution), wäre es extrem förderlich, wenn es nur ein Netz gäbe.

Genau: die Mobilfunknetzinfrastruktur soll zusammengelegt werden. Zum Beispiel in eine Aktiengesallschaft und jeder Mobilfunkanbieter hat dann Aktien und einen Vertrag mit dieser “Netzgesellschaft”. Die Mobilfunkanbieter bezahlen der “Netzgesellschaft” dann jede SMS und jeden Anruf, welcher von einem ihrer Kunden getätigt wird. Die “Netzgesellschaft” wäre natürlich eine non-profit-Organisation. Womit die Kosten für die Mobilfunkanbieter, wie es in ihrem eigenen Interesse ist, möglichst klein wären. Es würde zudem die Chance auf einen Wettbewerb zwischen Mobilfunkanbietern extrem erhöhen: man muss weder sein eigenes Netz aufbauen noch unterhalten.

Auch für die Mobilfunkgegner ist dies eine wünschenswerte Einrichtung: es gäbe einen “Netzmonopolisten”, womit nur noch ein Netz auf einmal vorhanden ist, und die Strahlenbelastung deutlich sinkt.

Verankern müsste man dies wohl mindestens über ein Gesetz. Ich zweifle aber daran, dass ich mit diesem Post genügend Politiker überzeugen konnte einen solchen Gesetzesentwurf zu verabschieden.
Okay, in der Praxis wäre es dann wohl noch etwas komplexer. Aber das ist mir egal und nicht mein Problem.

Anmerkung: Wurde von einem Kollegen auf die Petition gegen Handy-Abzocke hingewiesen. Diese hat andere Ansätze, das Ziel ist jedoch einfach die Preise fairer zu machen. Was ja auch eines meiner Hauptziele ist.